Stimm- und Atemtherapie

amorbach

1. Stimmtherapie und Stimmtraining

 Indikationen

  • Stimmliche Überlastung (z. B. bei Sprechberufen)
  • Atemprobleme
  • Stimmschwäche (z. B. mangelnde Tragfähigkeit, Undeutlichkeit)
  • Stimmliches Fehlverhalten (z. B. durch falsche Gewohnheiten)
  • Eingeschränkte stimmliche Ausdrucksfähigkeit
  • Beschwerden nach Infektionen, bei Allergien, Asthma etc.
  • Vorbereitung von Auftritten, Präsentationen etc. (z. B. auch bei Auftrittsangst)
  • Stottern
  • Mangelndes Selbstvertrauen

Da ich seit mehr als zwei Jahrzehnten als Musiker (Sänger, Chorleiter u. a.) und Gesangspädagoge tätig bin, verbinde ich in meiner Arbeit medizinisch-/physiotherapeutische Elemente mit künstlerischen Übungen, so dass Sie Ihre Stimme wieder als Teil Ihrer Persönlichkeit erleben – oder neu entdecken – können.
Über meine künstlerischen Aktivitäten können Sie sich informieren unter https://ralphnickles.de.

Meine Stimm- und Atemarbeit (einschließlich Gesangsunterricht) biete ich zur Zeit regelmäßig in Oldenburg, Hannover und Bremen an. Andere Orte sind auf Anfrage jederzeit möglich.


Zur Methode

Durch die Forschung insbesondere der letzten Jahrzehnte können wir heute die physikalischen Abläufe des Singens besser verstehen als jemals zuvor. So wissen wir, dass die Stimme dann stabil und leistungsfähig ist, wenn durch gute Resonanz sogenannte „stehende Wellen“ entstehen. Diese stehenden Wellen, die man beispielsweise durch die bekannten Chladnischen Klangfiguren (https://de.wikipedia.org/wiki/Chladnische_Klangfigur) sichtbar machen kann, führen dazu, dass die Tonbildung leicht und mühelos erscheint und diese als körperlich wie seelisch angenehm empfunden wird.

Jedes schwingende System – also auch ihre Stimme und ihr Körper – strebt nach einem Zustand, in dem möglichst wenig Arbeit aufgewendet werden muss. Wenn Sie beim Singen oder Sprechen also schon einmal das Gefühl hatten: „Jetzt fühlt sich alles ganz leicht an“, so haben Sie diese Situation erlebt, auch wenn Sie möglicherweise nicht wussten, wie und warum sie eingetreten ist.
Sie haben in so einem Fall einen Zustand erreicht, den man als Eigenschwingung des Körpers bezeichnen könnte, einen Zustand, in dem man sich selbst stabilisiert und hält.

Auch wenn heute die gerade angedeuteten funktionalen Abläufe physikalisch genauestens beschrieben werden können, so bleibt doch die Frage, wie der Sänger oder Sprecher in der Praxis diesen angenehmen Zustand wohlklingender Resonanz erreichen kann. Das zu erstrebende Ergebnis zu kennen, muss ja nicht zwangsläufig heißen, dass man auch den Weg dorthin kennt und vermitteln kann. Im ungünstigsten Fall versucht man, den besten Sitz der Stimme durch bestimmte Vorgaben (Kieferöffnung, Lippenstellung, Kehlkopfposition usw.) zu erreichen, wobei jede Methode andere Schwerpunkte zu setzen scheint und der Schüler oder Patient sich bei einem Lehrer- oder Therapeutenwechsel immer wieder neuen Forderungen ausgesetzt fühlt.

Sinnvoller ist es aber, darauf zu vertrauen, dass der Körper von selbst die beste Einstellung finden kann, denn es handelt sich ja immerhin um eine Eigenschwingung.
Ihr Körper kann diesen Zustand der Mitte finden, wenn Sie dies nur zulassen und nicht natürlich ablaufende Prozesse behindern. Damit dies gelingen kann, muss man lernen, sein eigenes Verhalten genau zu beobachten und zwischen absichtsvoller Manipulation („Was tue oder versuche ich gerade?“) und zulassender Offenheit („Was will eigentlich passieren?“) zu unterscheiden. Damit gibt man der Stimme die Möglichkeit, sich in kürzester Zeit zu entwickeln und zu befreien.

In meinem Unterrichts- und Therapiestunden verlassen wir rasch alle Theorie und ich lasse Sie erleben, wie Sie durch einfache, verständliche und effektive Übungen an Atem, Körperwahrnehmung und Stimme einen unmittelbaren Zugang zu Ihrem individuellen Klang erhalten. Der Schwerpunkt dieser Übungen liegt jeweils im Beobachten und Lassen und nicht im absichtsvollen Tun.

Das Erreichen und Erfahren einer auf diesem Wege erreichten Eigen-Schwingung führt zu einer Befreiung von Spannung, größerer körperlicher und stimmlicher Beweglichkeit, erweiterter Ausdrucksfähigkeit und innerer wie äußerer Gelöstheit.

Eine solche ganzheitliche Arbeit an körperlichen und seelischen Verhaltensmustern kann zu unerwarteten Veränderungen nicht nur an der Stimme führen. Lassen Sie sich überraschen…


Die besondere Qualität meines Therapieangebotes ergibt sich durch meine langjährige Erfahrung an der Grenze zwischen Kunst, Persönlichkeitsentwicklung und Medizin.

Dazu gehören u. a.:

  • Auftritte als Lied- und Oratoriensänger und Chorleiter
  • umfassende Kenntnis des klassischen Gesangsrepertoirs
  • professionelle Begleitung am Flügel oder Cembalo, wodurch sofort ein echtes Musizieren und künstlerisches Erleben möglich wird
  • Erfahrung im Umgang mit sänger- und sprecherspezifischen Frage- und Problemstellungen wie Resonanz, Registerwechsel, Umfang, Dynamik, Chorklang etc.
  • logopädische und medizinisch-psychologische Kenntnisse von Physiologie, Entspannungstechniken, Stressbewältigung, Energiearbeit, Atembehandlung etc.

Besonderer Dank gilt Prof. Dr. Katrin Neumann (Phoniaterin) für die jahrelange Anregung in Fragen der Stimmtherapie und -diagnostik im Projekt „Kombinierter gesangspädagogischer und phoniatrischer Zugang zur gestörten Sing- und Sängerstimme“ und für die Ermöglichung der Teilnahme an einem wissenschaftlichen Austauschprogramm zwischen der Goethe-Universität Frankfurt und der University of Illinois (Prof. Ron Hedlund).

Berichte aus der Zusammenarbeit folgten auf zwei internationalen Stimmkongressen:

  • V. Internationales Voice Symposium ”Die Berufsstimme” (Salzburg, August 2002)
  • 4. Stuttgarter Stimmtage (Oktober 2002)

Ich war außerdem Dozent zu gesangspädagogischen Fragen auf den Stuttgarter Stimmtagen 2004 („Identität als Grundlage der Gesangspädagogik“) und 2008 („Wer hat die Macht? Der Kampf um die eigene Stimme“).


2. Atemtherapie und Atemarbeit

Wie Sie weiter oben lesen konnten, besteht ein gesunder Zugang zu Ihrem Körper und Ihrer Stimme darin, nicht den Weg der Absicht und Manipulation sondern den Weg der Beobachtung und des Zulassens zu gehen, um sich so nachhaltig von Widerständen zu lösen.
In gleicher Weise vermittle ich Ihnen einen einfachen und verständlichen Zugang zu einer gelösten Atembewegung, die nicht nur auf Ihren Körper, sondern auch auf Ihre Empfindungen und Ihre Persönlichkeit befreiend wirken kann.

Körperliches und innerliches Wohlbefinden dienen uns als eigentliche Orientierung auf dem Übungsweg. Dieses Gefühl unterscheidet sich deutlich von einem inneren Zwang, üben zu müssen und etwas erreichen zu sollen.

Dieser Übungsweg ist schließlich für alle Personen sinnvoll, nicht nur für Patienten mit erkennbar auftretenden Atembeschwerden.
Eine in dieser Weise durchgeführte Atemarbeit führt nämlich bald zu einer erhöhten Sensitivität sowohl sich selbst auch der Umwelt gegenüber und kann ungeahnte kreative Fähigkeiten freisetzen. Diese Fähigkeiten stehen Ihnen dann für alle Lebensbereiche zur Verfügung.

Atemarbeit ist auch ein Teil meines Angebotes zur Schulung von Sensitivität und Kreativität. Es ergibt sich nämlich die Möglichkeit, mit dieser Methode einen Zugang zum Bereich der Ätherkräfte (vier Ätherarten in anthroposophischer Auffassung; https://anthrowiki.at/Äther) zu öffnen und damit an das Gebiet gesundend, formend, belebend und intuitiv wirkender Kräfte anzuknüpfen.