Konzept

pantheonAchtsamkeit und Aufmerksamkeit

Man kann leicht feststellen, dass sich in den letzten Jahren das Angebot an Methoden zur Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung und Selbsthilfe deutlich erweitert hat. In Ratgebern und Seminaren werden Wege aufgezeigt, die u. a. dazu dienen sollen, verborgene Fähigkeiten und Talente zu entdecken, Potentiale auszuschöpfen, sich aus inneren wie äußeren Abhängigkeiten zu befreien, Entstressung zu erreichen und vieles mehr…
Aus psychologischer Sicht lassen sich diese Strategien wohl am ehesten unter dem Begriff der Persönlichkeitsintegration zusammenfassen.
Innerhalb der mehr esoterisch ausgerichteten Szene tauchen schließlich noch weitere Angebote auf, die sich zum Beispiel mit Worten wie „Heilkraft“, „Selbstheilung“, „Kontakt zu Engeln“, „Medialität“ und „Einweihung“ andeuten lassen.

Unabhängig davon, wie man sich zu jeder einzelnen dieser Methoden stellen mag, bleibt auf jeden Fall festzustellen, dass ein großes Bedürfnis nach solchen Hilfs- und Weiterbildungsangeboten besteht, denn sonst könnte ein solcher Markt an Möglichkeiten ja keinen Bestand haben.
Viele Menschen scheinen in der Tat eine Not dahingehend zu verspüren, dass sie nicht ganz das zu sein scheinen, was sie eigentlich sein möchten, und dass sowohl Lebensumstände wie innere Haltungen (Widerstände) ein Gefühl von Ganzheit und Stimmigkeit verhindern.
Antriebs- und Freudlosigkeit, Stress, Aggression, ein Gefühl von Ausgeliefertsein und viele weitere negative Befindlichkeiten können sich daraus ergeben.

Doch wie soll man sich innerhalb der vielen Lösungswege zurechtfinden? Welcher Ansatz führt in meinem konkreten Fall zu einem nachhaltigen Ergebnis? Wie erkennt man den Unterschied zwischen seriöser Persönlichkeitsarbeit und beschönigender Oberflächlichkeit?
Und weiter im Bereich der Esoterik gefragt: Was hat es mit den Botschaften aus der Engelwelt und den durchgeführten Initiationen (Einweihungen) auf sich?

Wenn wir diese Fragen an eine einzelne spezielle Methode richten und eine Antwort suchen, werden wir kaum zu einer befriedigenden Antwort gelangen. Beschäftigt man sich nämlich mit Einzelheiten, neigt man dazu, sich zu verzetteln und sich zu streiten: Diese Methode ist falsch, nur jene ist richtig usw… Derartige Polarisierungen führen nur selten zum Erfolg.
Man darf auch nicht übersehen, dass nicht alles zu jeder Zeit für jeden stimmig sein und zu einem Ergebnis führen muss. In der Entwicklung einer Individualität mag dieser Zeitpunkt und dieser Ansatz gerade richtig sein, für eine andere Person gerade jener.

Wie kann man also damit umgehen?

Ich möchte Ihnen eine Vorgehensweise anbieten:

Wir fragen uns erstens: Was ist das allen Methoden Gemeinsame und wird womöglich nur mit unterschiedlichen Begriffen ausgedrückt?
Wenn ich so denke, betrachte ich mehr das Verbindende als das Trennende und kann in allem einen Wert und eine Berechtigung sehen, auch wenn ich mit der konkreten Umsetzung nicht immer einverstanden sein muss.

Und zweitens: Wie kann ich an diejenigen Kräfte anknüpfen, die ganzheitlich, integrierend und wahrnehmungserweiternd wirken? Sind dazu spezielle Techniken oder Zeremonien nötig oder treten diese Kräfte aus mir selbst heraus oder durch mich hindurch in Erscheinung, wenn ich ihnen die Möglichkeit dazu gebe?

Ich möchte Ihnen in meinen Kursen zeigen, dass Sie ein Weg der Hingabe, Aufmerksamkeit und Beobachtung mit ebendiesen Kräften in Kontakt bringt. Man könnte ihn kurz als den Weg der vorurteilsfreien und absichtslosen Aufmerksamkeit bezeichnen.
Suchen wir unsere Basis in einer möglichst ungetrübten Beobachtung und Beschreibung von Wahrnehmung und nicht in der Wiedergabe von erworbenen (gelernten) Begriffen! Es ist zwar nicht ganz leicht, sich von seinen bisher gebildeten Ansichten und Gedankengebäuden zu befreien, aber ohne das immer wieder neu zu greifende Bemühen um diese „Nullstellung“ im Moment der Beobachtung werden wir nicht wirklich die entscheidenden Schritte zu Erkenntnis und Veränderung durchführen können.
Je grundsätzlicher man sich auf die Wahrnehmung als Grundlage aller weiteren Arbeit stützt, je mehr man sich überhaupt Klarheit verschafft über die elementaren Bedingungen von Wahrnehmung, Denken und Fühlen, desto mehr lösen sich die scheinbaren Widersprüche der einzelnen Methoden auf, desto mehr Sicherheit für unser Erkennen und Handeln erreichen wir.

Für einen Physiker ist es selbstverständlich, dass er die Grundlagen der Mathematik beherrscht, ein Philosoph muss die Gesetze der Logik verstehen, um nicht in denkerische Fallen zu tappen. So sollte es selbstverständlich für uns werden, dass wir als geistig Arbeitende die Bedingungen der Begriffsbildung durchschauen, um uns bei Eindrücken jeder Art vor Illusionen oder Selbst-Spiegelung zu schützen.

Neben diesen mehr gedanklich orientierten Überlegungen gibt es aber noch eine überraschende und durchaus auch überwältigende weitere Wirkung der reinen Beobachtung: Man erhält in seiner wahrnehmenden Tätigkeit unmittelbaren Zugang zu den Kräften des Lebendigen, man erweitert seine Wahrnehmung über das Alltagsdenken hinaus und berührt schließlich die Sphäre der Ganzheit und Heilung.
Wenn wir so zulassend und nicht manipulierend mit Kräften in und um uns umgehen lernen, kommt unsere Individualität zur Erscheinung.

Dies lässt sich markant in einem Spruch einer meiner ehemaligen Lehrerinnen ausdrücken:
Zieht nicht am Geist, lasst ihn kommen.